Sehr Lokal · München

700 Jahre alt, sieben Jahre leer — und am Sonntag fragt eine Ausstellung, wem die Stadt gehört

Altstadt-Lehel · Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt · Donnerstag, 30. Juli 2026

Hinter dem Rathaus vernagelt der Freistaat eines der ältesten Häuser Münchens, in der Sonnenstraße sperrt am Freitag ein Musikhaus für immer zu.

In der Ledererstraße 3, gleich hinter dem Rathaus, steht das Zerwirkgewölbe — rund 700 Jahre alt, eines der ältesten Gebäude der Stadt. Früher wurde hier Wild zerlegt, später zogen Münchens erstes veganes Restaurant und der Club Crux ein. Heute sind die Fenster vernagelt, und das seit sieben Jahren. Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Eine Machbarkeitsstudie der Immobilien Freistaat Bayern hält Wohnen, Gewerbe und Kultur für möglich — öffentlich ist sie nicht. Verkaufen will der Freistaat nach Art. 63 BayHO zum Höchstpreis; das Münchner Forum hält seit 2023 mit Petitionen dagegen.

Ein paar Minuten weiter, in der Sonnenstraße, geht am Freitag, 31. Juli, ein Traditionsgeschäft zu Ende: Das Musikhaus Hieber Lindberg sperrt nach der Insolvenz für immer zu. In den letzten Tagen gibt es alles zum halben Preis, „99 Prozent verkauft", heißt es. Wer noch etwas holen will, hat bis Freitag Zeit.

Und dann, am Sonntag, 2. August, führt die Münchner Volkshochschule von 15 bis 16 Uhr durch die Ausstellung „What the City. Perspektiven unserer Stadt" im Zeughaus am St.-Jakobs-Platz. Sie läuft seit dem 15. Mai in zehn Kapiteln bis 2027 und handelt von den Fragen, die sich diese Stadtgesellschaft stellt: Begrünung, Armut, queere und antirassistische Bewegungen. Wer wissen will, wie diese Stadt mit ihren Räumen umgeht, kann also am Sonntag eine Ausstellung dazu besuchen — und auf dem Weg dorthin an einem zugenagelten Baudenkmal vorbeigehen.

Quellen: - MUCBOOK — Leerstand, wo Leben sein könnte – das älteste Haus Münchens gehört dem Freistaat und steht seit 7 Jahren leer - tz München — In bester Münchner Lage: Traditionsgeschäft macht für immer dicht – „99 Prozent verkauft“ - Rathaus-Umschau — MVHS-Führung durch „What the City“ am 2. August im Zeughaus am St.-Jakobs-Platz

Quellen