Sehr Lokal · München

Laura Jenni schreibt ihre Lieder in der U-Bahn — dort, wo alle anderen nur warten

München · Stadtweit · Dienstag, 4. August 2026

Die Musikerin Laoray führt ein Dreifachleben und nutzt für ihre Ideen genau die Minuten, die für den Rest der Stadt verlorene Zeit sind. Außerdem: 115 von 160 Trambahnen haben eine Klimaanlage, 58.993 Menschen sind arbeitslos gemeldet, und das Wiesn-Lied 2026 steht fest.

Die meisten Menschen halten die Fahrt zur Arbeit für den Teil des Tages, der weg ist. Laura Jenni nicht. Die Münchnerin, die als Laoray Deutsch-Pop macht, führt nach eigener Beschreibung ein Dreifachleben: Juristin, Synchronsprecherin, Musikerin. Und ihre besten Ideen, sagt sie, kommen ihr im Bus, in der U-Bahn, in der S-Bahn — dort, wo andere nur warten.

Das ist eine sympathische Umdeutung des Münchner Alltags: Der Nahverkehr, über den sich diese Stadt zuverlässig aufregt, ist für sie der einzige Ort, an dem niemand etwas von ihr will.

45 Trambahnen ohne Klimaanlage — und sie fahren nicht zufällig verteilt

Beim selben Verkehrsbetrieb sieht es an einer anderen Stelle weniger romantisch aus. Rund 115 von 160 Münchner Trambahnen haben eine Klimaanlage. Das Problem ist nicht der Durchschnitt, sondern die Verteilung: Auf bestimmten Linien kommen überwiegend unklimatisierte Trams zum Einsatz.

Kritiker fordern, dass eine Klimatisierung „garantiert werden“ müsse. Wer bei 30 Grad regelmäßig auf derselben Linie steht, weiß längst, ob er zu den 115 oder zu den 45 gehört.

Die Arbeitslosigkeit steigt — und die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich stärker

Im Agenturbezirk München sind 58.993 Personen arbeitslos gemeldet: 0,9 Prozent mehr als im Juni und 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Quote liegt bei 5,2 Prozent (Bayern: 4,1, Bund: 6,4).

Der Juli-Anstieg ist zum Teil saisonal — junge Menschen melden sich nach Schule oder Ausbildung vorübergehend arbeitslos. Zwei Zahlen daneben sind es aber nicht:

Mehr Menschen, die lange suchen, und weniger Stellen, auf die sie sich bewerben können. Das ist der eigentliche Befund hinter der ruhigen Quote.

„Bierzelt Legende“ — das Wiesn-Lied 2026 steht fest

Der Gewinnersong des Oktoberfest-Musikwettbewerbs „A Liad für d'Wiesn“ kommt von der Band Troglauer aus der Oberpfalz und heißt „Bierzelt Legende“. Er holte rund 22.000 der insgesamt 72.000 abgegebenen Stimmen und setzte sich gegen sechs Konkurrenten durch; eingereicht worden waren 122 Songs. Ihren ersten Auftritt damit hatten die Musiker am 1. August auf der Brass Wiesn in Eching.

Wiesnchef Christian Scharpf gratulierte und findet, der Titel transportiere „die bayerische Lebensfreude und vui Gfui“. Die Band nennt ihre Mischung aus Pop, Rock und volkstümlichen Instrumenten selbst „Heavy Volxmusic“.

Aus dem Stadtrat

- Die SPD will mit MUCGPT sprechen können. Sechs Mitglieder der SPD-Fraktion beantragen eine Spracheingabe (Voice-to-Text) für die städtische KI-Anwendung; das IT-Referat unter Laura Dornheim soll prüfen, wie sich das zeitnah umsetzen lässt. - CSU und Freie Wähler fordern ein Präventionspaket gegen Jugendgewalt und verweisen auf die wiederkehrenden Berichte über Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen, auch in München. Es antwortet das Sozialreferat unter Dorothee Schiwy. - Dieselbe Fraktion fragt, ob sich die Digitalisierung rechnet — konkret, wie transparent die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen städtischer Digitalvorhaben sind und ob deren Umsetzung überprüft wird. - Die Linke will eine Bilanz der Bezahlkarte für Geflüchtete. Ihre Einführung in München liegt seit Juni 2026 zwei Jahre zurück. - Die CSU fragt nach islamistischen Gefährdern in München. Anlass ist der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin; die Fraktion begründet die Anfrage damit, dass sich Bürger um ihre Sicherheit sorgten.

Und außerdem

- München bewirbt sich um die Leichtathletik-WM — und nimmt dafür finanzielle Risiken in Kauf. Das hängt mit der Bewerbung um Olympische Spiele zusammen; andere Sportveranstaltungen fallen günstiger aus. - 68 Auszubildende der Stadtwerke München in 14 Berufen haben ihre Prüfungen bestanden und wurden im Alten Rathaus freigesprochen. Geehrt wurden Tobias Zietz (Elektroniker für Betriebstechnik, 97 Punkte) und Amelie Ger (Kauffrau für Büromanagement, 92 Punkte). Der Großteil des Jahrgangs bleibt bei den SWM. - Das RatsInformationsSystem ist am Mittwoch und Donnerstag, 5. und 6. August, ganztägig nicht erreichbar — Wartung. Ab Freitag, 7. August, geht es wieder. Wer dort Anträge des Stadtrats oder seines Bezirksausschusses nachlesen will, verschiebt das besser. - Vor Gericht steht ein Mann, der unter Alkohol- und Kokaineinfluss einen 50-jährigen Taxifahrer mit dem Sicherheitsgurt stranguliert haben soll. Er spricht von einem Kontrollverlust, der ihm selbst Angst mache — es war nicht sein erster „Ausreißer“.

Quellen: - Süddeutsche Zeitung — Laoray: Hits schreiben im Münchner Nahverkehr - tz München — Manche Trambahnen ohne Klimaanlage: „muss garantiert werden“ - Abendzeitung München — Fahrgäste leiden unter der Hitze: Kritik an Münchner Tram-Einsatz - Rathaus-Umschau — Arbeitslosenquoten im Juli 2026 - Rathaus-Umschau — A Liad für d'Wiesn 2026: Der Sieger steht fest - Rathaus-Umschau — Spracheingabefunktion für MUCGPT schnellstmöglich implementieren - Rathaus-Umschau — Jugendgewalt vorbeugen: München braucht ein wirksames Präventionspaket - Rathaus-Umschau — Wie digital ist München X: Transparenz bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen - Rathaus-Umschau — Bilanz der Bezahlkarte für Geflüchtete in München - tz München — Nach CSD-Anschlag: CSU will Gefährder-Lage in München wissen - Süddeutsche Zeitung — München bewirbt sich um Leichtathletik-WM und nimmt finanzielle Risiken in Kauf - Rathaus-Umschau / SWM — 68 Azubis der SWM freigesprochen - Rathaus-Umschau — Wartungsarbeiten am RatsInformationsSystem - Süddeutsche Zeitung — Prozess in München: Fahrgast stranguliert Taxifahrer mit Sicherheitsgurt

Quellen