„Anwohner haben dies in den vergangenen Jahrzehnten noch nicht erlebt“ — der Hüllgraben ist trocken
Daglfing · Bogenhausen · Mittwoch, 5. August 2026
Andreas Heublein ist den Graben abgegangen: zwischen Moosgrund und Lebermoosweg kein Wasser mehr, zwischen Lebermoosweg und Pellegrinistraße zu 99 Prozent ausgetrocknet. Hunderte Fische sind verendet.
Ein Leser hat nachgesehen, und sein Bericht ist der genaueste Zustandsbefund, den der Hüllgraben derzeit hat.
Andreas Heublein schreibt an unser-bogenhausen (Auszüge, von der dortigen Redaktion bearbeitet):
> „Den Zulauf zum Abfanggraben / See neben dem Regenüberlaufbecken gibt es seit einigen Tagen nicht > mehr. Der Zulauf zwischen Moosgrund und Lebermoosweg ist inzwischen ausgetrocknet und nur ein > kleiner Abschnitt dank Biberbau mit Wasser gefüllt. Der Abschnitt zwischen Lebermoosweg und > Pellegrinistraße ist inzwischen zu 99 Prozent ausgetrocknet. Anwohner haben dies in den vergangenen > Jahrzehnten noch nicht erlebt. Der Zustand ist deprimierend. Es sind bereits hunderte Fische > verendet. Der Geruch ist in der ganzen Umgebung wahrnehmbar.“
Und dann der Satz, der die Sache so schwer macht:
> „Eine Lösung wird es wohl nicht geben, da wir die Witterung ja nicht beeinflussen können. Es fehlt > halt einfach der Regen.“
Was vorher passiert war
Am 23. Juli hatte unser-bogenhausen berichtet, der Hüllgraben trockne sichtbar aus. Ausgelöst hatte das ein Daglfinger, der sich besorgt an den Bezirksausschuss gewandt hatte: „Der Wasserstand ist dramatisch gesunken.“
Seine Sorge ging schon damals über den Sommer hinaus. Er nannte drei Punkte:
- die unmittelbaren Folgen für die Tierwelt im Schutzgebiet bei anhaltender Trockenheit, - den weiteren Grundwasserabfall im gesamten Nordosten, - und die Auswirkungen der laufenden und geplanten Großbauprojekte auf diesen Wasserhaushalt — namentlich das Planfeststellungsverfahren der DB InfraGO für die Daglfinger und Truderinger Kurve, das eine Verlegung des Hüllgrabens auf etwa fünf Kilometern Länge vorsieht, und die Planungen für das Zukunftsquartier (SEM Nordost) auf mehr als 600 Hektar unmittelbar östlich von Daglfing, einschließlich des geplanten Olympischen Dorfs.
Zwei Wochen später ist aus dem sinkenden Wasserstand ein trockenes Bett geworden. Das ist der Grund, warum die Frage nach dem Regen und die Frage nach den Bauprojekten in Daglfing inzwischen dieselbe Frage sind.
Quellen: - unser-bogenhausen — Hüllgraben: „Zulauf ist total ausgetrocknet“
Quellen