„Bei uns herrschen 48 Grad“ — und die Stadt weiß jetzt genau, wo es am heißesten wird
München · Stadtweit · Mittwoch, 5. August 2026
Dachdecker, Tierpflegerin und Bauarbeiter erzählen, wie sie diesen Sommer aushalten. Am selben Tag legt die Stadt die Karten vor, nach denen in der Sendlinger Straße 41 Grad möglich sind.
Die Menschen, die draußen arbeiten
Der Satz, der von diesem Tag bleibt, kommt nicht aus dem Rathaus, sondern von einem Arbeitsplatz: „Bei uns herrschen 48 Grad.“ Dachdecker, eine Tierpflegerin, Bauarbeiter — die Süddeutsche Zeitung hat Menschen gefragt, die in München im Freien arbeiten müssen, wie sie die Hitze erleben und wie sie trotzdem an Abkühlung kommen.
Es ist die Kehrseite jeder Hitzekarte: Wer im Büro sitzt, liest eine Zahl. Wer aufs Dach steigt, steht darin.
Was die neue Stadtklimaanalyse zeigt
Wir hatten sie am 1. August angekündigt — jetzt liegen die Zahlen vor. Das Referat für Klima- und Umweltschutz hat die Stadtklimaanalyse vorgelegt, der Stadtrat hat sie am 29. Juli in der Vollversammlung beschlossen. Die neuen Karten zeigen, wo Münchnerinnen und Münchner heute und künftig besonders von Hitze betroffen sind — und wie viel mehr Grün und konsequent freigehaltene Kaltluftleitbahnen bringen.
Die Zahlen, die Bürgermeisterin Mona Fuchs dazu nennt, sind die eigentliche Nachricht:
- 25 heiße Tage mit 30 Grad oder mehr gab es in diesem Jahr bis einschließlich Juli.
- Zwischen 1960 und 1990 waren es im Schnitt drei bis fünf — im ganzen Jahr.
- Im Juni wurden 37,6 Grad gemessen, so heiß war es in München noch nie.
Das Leitbild, an dem sich die Stadt messen lassen will, heißt „3-30-300“: Jede und jeder soll von zu Hause aus mindestens drei Bäume sehen, öffentliche Räume sollen zu 30 Prozent von Bäumen beschattet sein, und eine Grün- oder Freifläche soll in höchstens 300 Metern erreichbar sein.
Klima- und Umweltschutzreferentin Christine Kugler verweist auf Münchens natürliche Klimaanlage, die die Analyse mitberücksichtigt: das Alpine Pumpen — jenes Windsystem zwischen Alpen und Alpenvorland, das nachts abgekühlte Bergluft in die Stadt bringt. Die tz rechnet aus derselben Analyse vor, was am anderen Ende der Skala steht: In der Sendlinger Straße sind 41 Grad möglich.
Heute noch heiß, dann kommt die Wende
Für gestern hatte der Deutsche Wetterdienst erneut eine Hitzewarnung für München ausgegeben, mit Höchstwerten bis zu 36 Grad. Danach, schreibt die tz, kündige sich die Wende an — und zwar möglicherweise krachend.
Wo Sie diese Woche nicht hineinsollten
Am Deininger Weiher in Straßlach-Dingharting hat das Gesundheitsamt ein Badeverbot erlassen: In Wasserproben vom 3. August wurde ein stark erhöhtes Vorkommen von Cyanobakterien nachgewiesen. Der Weiher liegt im Landkreis Miesbach, nicht im Stadtgebiet — aber im Ausflugsradius sehr vieler Münchner Handtücher.
Und wenn Sie in einem Münchner Badesee schwimmen: Dort leben Welse, die zwei Meter lang werden und Schwimmer gelegentlich erschrecken oder beißen. Die SZ hat das nachgeprüft und formuliert es so: „Wenn ein Chihuahua taucht, wo ein Riesenwels schwimmt, dann ist er weg.“
Vor Gericht
Der Anschlag auf die Verdi-Demonstration: Das Urteil steht an. Im Februar 2025 raste Farhad N. nach der Darstellung des SZ-Prozesstagebuchs mit seinem Auto in eine Demonstration der Gewerkschaft im Zentrum; zwei Menschen starben, mehr als 40 wurden schwer verletzt. Vor dem Oberlandesgericht ging es an 34 Verhandlungstagen und mit mehr als 100 Zeugen um das Leid der Betroffenen und um die Frage nach dem Motiv. Nun wird das Urteil gesprochen.
28 Kilogramm Kokain: Vor dem Landgericht München I steht ein 33-Jähriger, der nach dem Vorwurf der Anklage diese Menge gehandelt haben soll. Die tz beschreibt einen Prozess mit einer Übergabe an einem Fast-Food-Laden und Drogenhandel, der über einen Dorfladen gelaufen sein soll.
Und einer, den sich niemand ausgedacht hat: Bettwanzen in einem Hotel als versuchte Körperverletzung. Die Verteidigerin denkt laut SZ an die „Versteckte Kamera“, denn geklärt ist nichts — weder, dass es Schädlinge gab, noch dass jemand gestochen wurde, noch, dass es ein Opfer gibt. Im Raum steht die Rache einer Putzfrau.
Drei Festnahmen wegen Kinderpornografie, und der Anfang der Spur ist bemerkenswert: Eine Steuerprüfung brachte die Ermittlungen ins Rollen. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt seit 2024; festgenommen wurden ein 50-Jähriger aus München, ein 60-Jähriger aus dem Raum Rosenheim und ein 75-Jähriger aus Fürstenfeldbruck, der in Bulgarien verhaftet wurde und in Auslieferungshaft sitzt. Ausgangspunkt waren Hinweise aus einer Durchsuchung im September 2025.
Aus dem Rathaus
MVG Rad wird MyRadl — und der Stopp-Antrag ist erledigt. Die CSU-Fraktion mit FREIE WÄHLER hatte im August 2025 gefordert, das Nachfolgesystem zu stoppen. Mobilitätsreferent Georg Dunkel antwortet: Das neue regionale Bikesharing wurde im Februar 2026 von einem Verbund aus Kommunen und Landkreisen beauftragt; ein Ausstieg wäre nur mit Gremienentscheiden möglich, hätte organisatorische und finanzielle Folgen, und die Bewerberfirmen hätten Schadensersatz fordern können. Das Angebot lag deutlich unter dem vorgesehenen Kostenrahmen — inzwischen sind über die 37 beteiligten Kommunen hinaus weitere beigetreten. Einzelpreise dürfen aus vergaberechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden.
Die Zwischennutzung „FatCat“ sucht weiter. Grüne–Rosa Liste–Volt hatten beantragt, mit den Nutzerinnen und Nutzern nach neuen bezahlbaren Räumen zu suchen und dabei das ehemalige Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße und den Studiobau des Bayerischen Rundfunks zu prüfen. Kulturreferent Marek Wiechers antwortet: Die Verwaltung sei im permanenten Austausch und bemüht — geprüft wurden unter anderem Räume an der Buttermelcher Straße. Die beiden im Antrag genannten Gebäude stehen der Stadt nicht zur Verfügung.
„Museum mit Hund“ scheitert an der Versicherung. Die CSU-Fraktion mit FREIE WÄHLER wollte ein Pilotprojekt, städtische Museen an festgelegten Tagen für Besucher mit Hund zu öffnen — mit einer Begründung, die man nicht wegwischen sollte: Für ältere und alleinstehende Menschen ist der Hund oft der Grund, warum sie auf Kultur verzichten. Die Antwort ist trotzdem nein: Die Kunstversicherungen decken in den Ausstellungsräumen ausschließlich Assistenzhunde. Schäden durch andere Hunde — Anstoßen, Kratzen, das „Beinheben“ an Skulpturen und Sockeln — wären nicht gedeckt.
Die Tagessätze für Bereitschaftspflege bleiben, wie sie sind. Die CSU-Fraktion mit FREIE WÄHLER wollte sie an die Empfehlungen des Bayerischen Landkreis- und Städtetags angleichen und dynamisieren. Sozialreferentin Dorothee Schiwy hält dagegen: Die Konzeptionen seien nicht vergleichbar, und die Empfehlungen ergäben geringere Sätze, als München zahlt. Grund ist ein Stadtratsbeschluss von 1992, in der Bereitschaftspflege sozialpädagogische Fachkräfte einzusetzen und entsprechend höher zu vergüten — für Kinder bis sechs Jahre.
Und sonst
Hep Monatzeder wird 75. Oberbürgermeister Dominik Krause gratuliert dem neuesten Ehrenbürger der Stadt: 24 Jahre im Stadtrat, davon 18 Jahre Dritter Bürgermeister, den Grundstein für die Radlhauptstadt-Kampagne gelegt, indem er die internationale Velo-City-Konferenz nach München holte, und als Erster Vorsitzender von „München für Harare e.V.“ die Städtepartnerschaft geprägt, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird.
Und für alle, die gerade ein Buch zu Ende gelesen haben und dringend darüber reden wollen: In München werden derzeit so viele Buchclubs gegründet wie lange nicht. Die SZ stellt die schönsten Lesekreise vor.
Quellen: - Süddeutsche Zeitung — Draußen arbeiten bei Hitze: „Bei uns herrschen 48 Grad“ - Rathaus-Umschau — Neue Stadtklimaanalyse schafft Grundlage für lebenswerte Zukunft - tz München — Stadtklimaanalyse zeigt: 41 Grad in der Sendlinger Straße möglich - tz München — Sonne brennt über München: Bis zu 36 Grad - tz München — Badeverbot am Deininger Weiher wegen Cyanobakterien - Süddeutsche Zeitung — Münchens Badeseen: Riesenwelse - Süddeutsche Zeitung — Anschlag auf Münchner Verdi-Demo: das Prozesstagebuch - tz München — Prozess um Rekord-Menge Kokain - Süddeutsche Zeitung — Bettwanzen im Hotel als versuchte Körperverletzung? - Polizeipräsidium München — Medieninformation vom 04.08.2026, Vorfall 1139 - Rathaus-Umschau — Haushalt konsolidieren – Nachfolge MVG Rad stoppen - Rathaus-Umschau — Neue bezahlbare Räume für die Zwischennutzung „FatCat“ - Rathaus-Umschau — „Museum mit Hund“ – Kulturstadt mit Herz für Mensch und Tier - Rathaus-Umschau — Tagessatz für Familien in der Bereitschaftspflege anpassen und dynamisieren - Rathaus-Umschau — OB Krause gratuliert Hep Monatzeder zum Geburtstag - Süddeutsche Zeitung — Münchens schönste Buchclubs
Quellen
- Süddeutsche Zeitung — Draußen arbeiten bei Hitze: „Bei uns herrschen 48 Grad“
- Rathaus-Umschau — Neue Stadtklimaanalyse schafft Grundlage für lebenswerte Zukunft
- tz München — Stadtklimaanalyse zeigt: 41 Grad in der Sendlinger Straße möglich
- tz München — Sonne brennt über München: Bis zu 36 Grad
- tz München — Badeverbot am Deininger Weiher wegen Cyanobakterien
- Süddeutsche Zeitung — Münchens Badeseen: Riesenwelse
- Süddeutsche Zeitung — Anschlag auf Münchner Verdi-Demo: das Prozesstagebuch
- tz München — Prozess um Rekord-Menge Kokain
- Süddeutsche Zeitung — Bettwanzen im Hotel als versuchte Körperverletzung?
- Polizeipräsidium München — Medieninformation vom 04.08.2026, Vorfall 1139
- Rathaus-Umschau — Haushalt konsolidieren – Nachfolge MVG Rad stoppen
- Rathaus-Umschau — Neue bezahlbare Räume für die Zwischennutzung „FatCat“
- Rathaus-Umschau — „Museum mit Hund“ – Kulturstadt mit Herz für Mensch und Tier
- Rathaus-Umschau — Tagessatz für Familien in der Bereitschaftspflege anpassen und dynamisieren
- Rathaus-Umschau — OB Krause gratuliert Hep Monatzeder zum Geburtstag
- Süddeutsche Zeitung — Münchens schönste Buchclubs