Genehmigt ist das Paketpost-Quartier — ob es gebaut wird, bezweifeln jetzt auch die Fachleute
Neuhausen · Freitag, 7. August 2026
Der Stadtrat hat Ja gesagt, die Gegner prüfen eine Normenkontrollklage, und Branchenkenner fragen, ob sich zwei Hochhäuser und fast 1200 Wohnungen derzeit überhaupt rechnen.
Der Stadtrat hat die Hochhaus-Pläne auf dem Paketpost-Gelände genehmigt. Entstehen sollen unter anderem zwei Hochhäuser und fast 1200 Wohnungen. Damit ist die Sache aber nicht vorbei, und zwar aus zwei ganz verschiedenen Richtungen.
Von der einen Seite: Die Projektgegner um Robert Brannekämper machen weiter. Sie prüfen, Nachbarn zu unterstützen, die gegen die Pläne vor Gericht ziehen wollen — eine Normenkontrollklage. Selbst klagen können sie nicht.
Von der anderen Seite, und das ist neu: Die Süddeutsche berichtet, dass auch Branchenkenner zweifeln, ob sich ein Projekt dieser Größenordnung derzeit realisieren lässt. Das ist ein anderer Einwand als der von den Gegnern — er kommt nicht aus der Nachbarschaft, sondern aus der Kalkulation.
Der Kommentar dazu, und er ist deutlich
tz-Lokalchef Uli Heichele hat dem Streit einen Kommentar gewidmet, der keine Höflichkeit mehr aufwendet: „Irgendwann muss man mal zugeben: Wir haben verloren.“ Seit Jahren, schreibt er, kauten Nachbarn, Bezirksausschuss, Stadtrat, Verwaltung und „eine Armada von Juristen“ die Pläne durch; in diesen Verästelungen versickerten Zeit und Geld. Wer künftig zehn Jahre vorbereitenden juristischen Wahnsinn einkalkulieren müsse, investiere sein Geld womöglich lieber anderswo. Und dann der Satz, der dem Stück seinen Titel gibt: Wäre die Generation der Groß- und Urgroßväter so verfahren, „dann würden wir wahrscheinlich heute noch in einer Pferde-Tram durch die Stadt holpern“.
Das ist eine Meinung, kein Bericht — aber sie beschreibt die Lage im Viertel ziemlich genau: Alle haben recht, und gebaut ist nichts.
Quellen: - Süddeutsche Zeitung — Geplantes Bauprojekt in München: Wackeln die Türme des Paketpost-Quartiers? - tz München — „Dann würden wir heute noch Pferde-Tram fahren“: Kommentar zu Münchens Hickhack-Projekt Nr. 1
Quellen