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43 Minuten pro Stunde ist die Schranke zu — der Bezirksausschuss wartet den Herbst ab

Aubing · Freiham · Freitag, 7. August 2026

Anwohner südlich der Brunhamstraße haben nachgemessen. Ein Antrag, den Bahnübergang für Autos entbehrlich zu machen, fand im Bezirksausschuss keine Mehrheit.

„Wir sind komplett abgeschnitten in unseren Wohnstraßen.“ Der Satz stammt von Anwohnern südlich der Brunhamstraße, und die Zahl dahinter haben sie selbst erhoben: 43 Minuten pro Stunde sei die Schranke am Bahnübergang geschlossen. Seit der Umstrukturierung und dem Wegfall des bemannten Übergangs hätten sich die Schließzeiten drastisch verlängert.

Warum, erklären sie ebenfalls: Die Schranke schließe bereits, wenn die S-Bahn am Bahnhof Freiham oder am Westkreuz abfährt. Pro Zug verlängere das die Wartezeit um rund vier Minuten. „Das haben wir mehrfach gemessen.“ Die Rückstaus reichten inzwischen weit in die Limesstraße und auf der anderen Seite bis zum Sickinger-Kreisel.

Zwei Sorgen nennen sie ausdrücklich. Die eine sind Notfälle — was passiert, wenn der Rettungswagen auf der falschen Seite steht. Die andere ist der Alltag danach: „Da ist auch der Zebrastreifen nicht mehr sicher. Jeder will schnell weiterkommen, wenn die Schranke mal offen ist.“

Der Antrag: drei Millionen für eine Straße südlich der Gleise

Hansi Sauerer (ÖDP) brachte einen Antrag in den Bezirksausschuss ein. Eine Unterführung an der Brunhamstraße sei fachlich die beste Lösung, räumte er ein — aber unwahrscheinlich. Deshalb plädierte er für die „Variante 3“: eine Verbindungsstraße südlich der Bahnlinie zur bestehenden Unterführung „Am Gleisdreieck“. Der Bahnübergang könnte damit für den Autoverkehr entfallen. Kosten laut den zitierten Untersuchungen: rund drei Millionen Euro.

Sein Argument war weniger die Gegenwart als die Zukunft: „Wir diskutieren seit 50 Jahren darüber ... und nichts passiert. Wenn die Schranke zu ist, herrscht Chaos pur.“ Mit der zweiten Stammstrecke werde noch mehr S-Bahn-Verkehr kommen.

Das Ergebnis: keine Mehrheit

- Nick Gradl (CSU) wollte zuerst die Schließzeiten selbst in den Blick nehmen: „Wir müssen mit Experten reden. ... Vielleicht reicht schon eine Verlagerung der Haltepunkte um 50 Meter.“ - Karin Binsteiner (Grüne) plädierte für einen interfraktionellen Antrag. - Thomas Hampel (SPD) unterstützte den Vorstoß: „Auf eine andere Weise als Druck auf die Verwaltung bekommen wir leider keine Lösung.“ - Andrea Gloor (SPD), neu im Gremium, bat um Zeit zur Einarbeitung.

Der Antrag fand keine Mehrheit. BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel (CSU) fasste zusammen: „Die Situation ist klar. Wir warten den Ortstermin im Herbst ab.“

Und in Gräfelfing zählen sie mit

Die Schließzeiten sind auch jenseits der Stadtgrenze ein Thema. Bürgermeister Peter Köstler erinnert an „extreme Situationen vor 30 Jahren“, die erst der Bau der A 99 entspannt habe. „Aber jetzt bekommen wir die Auswirkungen der extremen Rückstaus natürlich wieder täglich zu spüren.“ Untersuchungen zur Schrankensteuerung lägen seit Längerem vor, teils mitbeauftragt von Gräfelfing: „Wir haben schwarz auf weiß, wie sich die Situation auch mit der zweiten Stammstrecke entwickeln kann.“

Sein Satz ist der, der hängen bleibt: „Was nützen Verkehrswege, die man nicht fahren kann?“

Quellen: - Aubinger.online — Bahnübergang Brunhamstraße sorgt für Ärger

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