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86 Menschen mussten nachts aus dem Hochhaus an der Arabellastraße

Bogenhausen · Dienstag, 11. August 2026

Kurz nach 1 Uhr meldete ein Bewohner des 22. Stocks Schmorgeruch. Ursache war ein defekter Aufzugsmotor; nach der Entrauchung konnten alle zurück.

Kurz nach 1 Uhr in der Nacht auf Samstag, 8. August, meldete ein Bewohner des 22. Obergeschosses eines Hochhauses an der Arabellastraße leichte Rauchentwicklung und Schmorgeruch. Ab dem 21. Stock war beides wahrnehmbar.

Die Einsatzleitung ließ einen Großteil des Hauses räumen; 86 Menschen wurden außerhalb untergebracht. Ursache war ein defekter Motor im Aufzugsmaschinenraum, der außer Betrieb genommen wurde. Nach der Entrauchung konnten alle zurück in ihre Wohnungen.

In einem Haus dieser Höhe ist der Aufzug keine Bequemlichkeit, sondern die Erschließung — und ein Schmorgeruch im Maschinenraum ist deshalb der Grund, warum um ein Uhr nachts 86 Menschen auf der Straße stehen und niemand das für übertrieben hält.

Das Arabellahaus wird entkernt — die Mietverträge enden 2030

Der Koloss wird nicht abgerissen, sondern entkernt. Das von 1966 bis 1969 erbaute Arabellahaus153 Meter lang, 75 Meter hoch, 20 Meter breit, 23 Stockwerke — soll ab dem zweiten Quartal 2030 „revitalisiert“ und voraussichtlich bis Ende 2034 von Grund auf modernisiert und erweitert werden. Dabei entstehen laut unser-bogenhausen 16.500 Quadratmeter neue Wohnfläche.

Der Teil, der Menschen betrifft: Die Verträge von Mieterinnen und Mietern der Wohnungen, von Praxen und Kliniken, Büros und Geschäften sind inzwischen zum 31. März 2030 aufgelöst worden. Offiziell ist von 500 Wohneinheiten die Rede, mit einem Durchschnittsalter knapp unter 75 Jahren. Ersatzwohnungen würden unter anderem an der Schwanthaler Höhe angeboten — also am anderen Ende der Stadt.

Das ist der Konflikt in einer Zeile: Wer im Schnitt 75 ist und seit Jahrzehnten hier wohnt, für den ist ein Umzug quer durch München kein Wohnungswechsel, sondern der Verlust von Arzt, Apotheke, Bäcker und Nachbarschaft in einem Zug.

Und ein paar Straßen weiter ist das Gas abgedreht

In der denkmalgeschützten Mauerkircherstraße 17/19 haben die Stadtwerke am 3. August die Gaszufuhr gesperrt. Bewohner schildern defekte Gasleitungen, seit dem 31. Juli keine Heizung und kein Warmwasser, dazu marode Elektrik. Der Bezirksausschuss hat am 4. August einstimmig verlangt, dass die Lokalbaukommission Gas- und Elektroanlage überprüfen lässt und notfalls Zwangsmittel bis zur Ersatzvornahme eingeleitet werden. Der Vermieter erklärt in einem Brief, eine Reparatur sei sehr aufwendig; er prüfe, alle Gasherde auf eigene Kosten durch Elektroherde zu ersetzen.

Quellen: - Feuerwehr München — Defekter Aufzugsmotor: 86 Bewohner verlassen nachts ein Hochhaus an der Arabellastraße - Unser Bogenhausen — Arabellahaus: 16 500 m2 neue Wohnfläche - Unser Bogenhausen — Mauerkircherstr. 17/19: Leck – Gas gesperrt

Quellen