Im Arabellahaus laufen alle Mietverträge zum 31. März 2030 aus
Bogenhausen · Dienstag, 11. August 2026
Das Hochhaus wird ab 2030 entkernt und bis Ende 2034 modernisiert. Rund 500 Wohneinheiten sind betroffen, das Durchschnittsalter der Mieter liegt knapp unter 75.
Der Koloss wird nicht abgerissen, sondern entkernt. Das von 1966 bis 1969 erbaute Arabellahaus — 153 Meter lang, 75 Meter hoch, 20 Meter breit, 23 Stockwerke — soll ab dem zweiten Quartal 2030 „revitalisiert“ und voraussichtlich bis Ende 2034 von Grund auf modernisiert und erweitert werden. Dabei entstehen laut unser-bogenhausen 16.500 Quadratmeter neue Wohnfläche.
Der Teil, der Menschen betrifft: Die Verträge von Mieterinnen und Mietern der Wohnungen, von Praxen und Kliniken, Büros und Geschäften sind inzwischen zum 31. März 2030 aufgelöst worden. Offiziell ist von 500 Wohneinheiten die Rede, mit einem Durchschnittsalter knapp unter 75 Jahren. Ersatzwohnungen würden unter anderem an der Schwanthaler Höhe angeboten — also am anderen Ende der Stadt.
Das ist der Konflikt in einer Zeile: Wer im Schnitt 75 ist und seit Jahrzehnten hier wohnt, für den ist ein Umzug quer durch München kein Wohnungswechsel, sondern der Verlust von Arzt, Apotheke, Bäcker und Nachbarschaft in einem Zug.
Und ein paar Straßen weiter ist das Gas abgedreht
In der denkmalgeschützten Mauerkircherstraße 17/19 haben die Stadtwerke am 3. August die Gaszufuhr gesperrt. Bewohner schildern defekte Gasleitungen, seit dem 31. Juli keine Heizung und kein Warmwasser, dazu marode Elektrik. Der Bezirksausschuss hat am 4. August einstimmig verlangt, dass die Lokalbaukommission Gas- und Elektroanlage überprüfen lässt und notfalls Zwangsmittel bis zur Ersatzvornahme eingeleitet werden. Der Vermieter erklärt in einem Brief, eine Reparatur sei sehr aufwendig; er prüfe, alle Gasherde auf eigene Kosten durch Elektroherde zu ersetzen.
Quellen: - Unser Bogenhausen — Arabellahaus: 16 500 m2 neue Wohnfläche - Unser Bogenhausen — Mauerkircherstr. 17/19: Leck – Gas gesperrt
Quellen