Am Wochenende 34 Grad — und am Stachus wollen sie sich mit Wasser dagegen wehren
München · Stadtweit · Freitag, 14. August 2026
Die Hitzewelle erreicht Samstag und Sonntag ihren Höhepunkt, danach kippt das Wetter. Für Samstagmittag ist auf dem Karlsplatz eine Wasserschlacht angemeldet, ausdrücklich als Klimademonstration.
Es wird das heißeste Wochenende dieser Woche. Bis zu 34 Grad erwartet die Vorhersage für München am Samstag und Sonntag — der Höhepunkt der Hitzewelle. Zum Wochenbeginn folgt dann ein deutlicher Umschwung.
Am Samstag, 15. August, von 13 bis 14 Uhr wollen sich am Stachus rund 500 Menschen mit Wasser bewerfen. Angemeldet ist das als Demonstration, unter dem Motto „Munich Splash gegen den Klima-Crash: Ihr grillt uns – wir kühlen uns ab!" Angemeldet hat sie die Stadtratsfraktion der Linken, mitinitiiert der Content-Creator Daniel Tonnar Leyva. Angekündigt sind Redebeiträge, unter anderem von Saadat Amiri-Sharistani von „Ein Herz für Afghanistan".
Der Punkt, auf den die Veranstalter hinauswollen, ist der unlustige Teil daran: Sie verweisen auf die Belastung älterer und chronisch kranker Menschen durch Hitze in Wohnungen. Wer keine Wohnung hat, die nachts abkühlt, für den ist ein 34-Grad-Wochenende keine Pointe.
Bäume, die keine Wurzeln brauchen
Womit man Schatten macht, wenn kein Baum mehr hinpasst: Eine Stammhörerin des ÖDP-Podcasts hat eine Stuttgarter Erfindung nach München gebracht. „Ecotriis" sind überdimensionale Pflanzgefäße aus Stahl, die auf Säulen über den Köpfen der Passanten ein grünes Dach bilden — sie brauchen nur ein Fundament, keine Tiefenwurzel. In Stuttgart steht ein Prototyp; die ÖDP möchte ein Pilotprojekt in München, im Gespräch ist Freiham.
„Bäume bleiben für uns das Nonplusultra", heißt es dazu aus der Partei. „Doch es gibt viele Orte in München, an denen wir keine Großbäume pflanzen können." Beschlossen ist nichts.
Drei Jahre für die Antwort, sieben Engstellen für den Radweg
Am 26. September 2023 beantragten neun Stadtratsmitglieder der Grünen – Rosa Liste eine überschlägige Planung für einen Radweg entlang der Bahn, von der Theresienhöhe über die Braunauer Eisenbahnbrücke. Diese Woche, fast drei Jahre später, liegt die Antwort des Mobilitätsreferats vor. Sie beginnt mit einer Entschuldigung für die Verspätung und endet mit einer Absage.
Dazwischen steht eine bemerkenswert genaue Rechnung. Ein Radweg in beide Richtungen braucht mindestens vier Meter, mit Fußweg 6,50 Meter. Auf den 1,3 Kilometern zwischen Braunauer Brücke und der Eisenbahnüberführung Lindwurmstraße zählt das Referat sieben Engstellen: ein reaktiviertes Abstellgleis, ein zu schmaler Weg hinter einer Berufsfachschule, zweimal eine drei Meter breite Feuerwehrzufahrt. Eine abgerissene Fußgängerbrücke über die Tumblingerstraße neu zu bauen, kostete nach erster Schätzung 2,5 bis 3,5 Millionen Euro — ohne Zugänge.
Die Idee ist älter als der Antrag: Erste Planungen für einen Radweg am Südring gab es in den 1980er Jahren. Jetzt ruhen die Planungen wegen der Haushaltslage, und die Deutsche Bahn hat keine dauerhafte Überlassung der Braunauer Brücke in Aussicht gestellt — Gespräche über befristete Nutzung immerhin schon.
„In den Fahrzeugen ist das Sicherheitsempfinden sogar am besten"
Ein zweiter Antrag, ein zweites Nein, und eine Zahl, die dabei hängenbleibt. CSU mit Freien Wählern hatten im Oktober 2025 gefordert, dass ab 18 Uhr in jedem U-Bahn-Zug eine Streife der U-Bahn-Wache oder des kommunalen Außendienstes mitfährt.
Die Antwort des Mobilitätsreferats stützt sich auf die Stellungnahmen von KVR und MVG. Der kommunale Außendienst ist per Stadtratsbeschluss auf den öffentlichen Raum rund um den Hauptbahnhof beschränkt und wird in der U-Bahn gar nicht tätig — dort hat die MVG das Hausrecht. Die MVG rechnet vor, was eine durchgehende Doppelstreife ab 18 Uhr kosten würde: Personalkosten in zweistelliger Millionenhöhe.
Und sie fügt einen Befund an, der der Intuition widerspricht: Fragt man Fahrgäste nach dem Weg zur Haltestelle, dem Warten und der Fahrt selbst, dann ist das Sicherheitsempfinden in den Fahrzeugen am besten. Unsicher fühlen sich die Leute vor allem auf dem Weg dorthin. Die Zahl der Gewaltdelikte im Hausrechtsbereich der MVG am Hauptbahnhof lag zuletzt immer unter 15 pro Jahr.
Die städtische Gleichstellungsstelle bittet in derselben Antwort, eine Studie von 2021 mitzulesen: Dort wurde der ÖPNV als zweithäufigster Tatort für vorurteilsgeleitete Taten genannt. Das steht unkommentiert nebeneinander.
Kurz gemeldet
- 🎡 Das Wiesn-Paket ist da. München Tourismus bietet auch 2026 wieder ein Rundum-Paket: reservierter Platz an einem Tisch im Festzelt (mittags oder abends), Biermarken, Essensgutscheine, der offizielle Sammlerkrug 2026, je eine Fahrt mit dem Riesenrad und dem Riesenrad 1925 und ein Gutschein für eine Führung. Der Sinn dahinter ist die Einzelplatzreservierung — man muss nicht mehr einen ganzen Tisch buchen. Preise ab 106 Euro pro Person. - ⚖️ Zehn Jahre Haft hat das Landgericht München gegen einen 33-Jährigen wegen Handels mit Kokain verhängt. In einer Tiefgarage im Münchner Südwesten hatte die Polizei 22 Kilogramm sichergestellt. - 🚲 280 Beanstandungen bei 370 Kontrollen: Rund 70 Beamte kontrollierten am Mittwoch im Münchner Osten Rad- und E-Scooter-Fahrende. Häufigster Verstoß mit 129 Fällen: falsche Richtung oder Gehweg. Dazu 52 Rotlichtverstöße und 40-mal das Handy in der Hand. - 💡 Energie-Sprechstunde am Montag, 17. August, 10 bis 12 Uhr, Burgstraße 4, Raum 103. Die SWM beraten dort gemeinsam mit dem Seniorenbeirat Münchnerinnen und Münchner über 60 mit geringem Einkommen — kostenfrei, als Erstgespräch für eine spätere Beratung in der eigenen Wohnung. - 🎻 Das ODEON Jugendsinfonieorchester wird 20. Rund 65 Musikerinnen und Musiker zwischen 15 und 25 spielen unter Leitung von Julio Doggenweiler Fernández; seit 2010 Patenorchester der Philharmoniker, seit 2024 Jugendorchester der Stadt. - 🩺 Clusterkopfschmerz: Auf einen Antrag aus dem Stadtrat hat das Gesundheitsreferat aufgeschrieben, was es in München gibt — Schmerzkliniken der München Klinik in Harlaching und Schwabing, Angebote am LMU-Klinikum, eine Selbsthilfegruppe. Betroffen sind geschätzt 1.600 bis 2.400 Menschen in der Stadt. Ein eigenes Engagement für ein einzelnes Krankheitsbild lehnt das Referat mit Verweis auf seine Kapazitäten ab. - 🚐 On-Demand-Busse Richtung Westen: Die Buslinien 258 und 269 sollen voraussichtlich ab 2028 durch ein Rufbus-System ersetzt werden. Die MVG hält es für nötig, das angrenzende Münchner Stadtgebiet einzubinden — sonst bliebe das Einzugsgebiet auf Neuried, Gräfelfing und Planegg beschränkt. - 🐾 Das Tierheim berichtet aus dem Sommer: Hitzeschutz für die Tiere, Wartelisten bei der Vermittlung — und die Frage, ob in den Ferien wirklich mehr Tiere abgegeben werden. - 💃 Die Tanzwerkstatt Europa geht in die Schlussrunde, unter anderem mit Idio Chichavas „Vagabundus" und einer Deutschlandpremiere. Im MUCA läuft eine Retrospektive des britischen Malers Antony Micallef.
Quellen: - tz — Hitzewelle erreicht Höhepunkt – dann folgt heftiger Wetterumschwung in München - Abendzeitung — Demo für mehr Klimaschutz: Riesige Wasserschlacht am Stachus geplant - Aubinger Online — Bäume ohne Wurzeln für Münchens heißen Sommer - Rathaus-Umschau — Radroute DB-Südumfahrung – Jetzt angehen und Interesse gegenüber der Bahn bekunden - Wochenanzeiger — Sieben Engstellen stehen dem Weg im Weg - Rathaus-Umschau — Verbessertes Sicherheitskonzept für den ÖPNV – mehr sichtbare Präsenz von KAD und U-Bahn-Wache in Bahnhöfen und Zügen - Rathaus-Umschau — Oktoberfest 2026: Tisch, Führung, Krug und Riesenrad-Spaß im Paket - Süddeutsche Zeitung — Landgericht München: 33-Jähriger dealt kiloweise mit Kokain – zehn Jahre Haft - Polizei München — Schwerpunktkontrolle Radverkehr im Münchner Osten: 280 Verstöße bei 370 Kontrollen - Rathaus-Umschau — Energie-Sprechstunde im Seniorenbeirat - Wochenanzeiger — Das ODEON Jugendsinfonieorchester zu Gast - Rathaus-Umschau — Internationaler Tag des Clusterkopfschmerzes – vermehrte Aufklärung und Vernetzung durch die Landeshauptstadt München - Rathaus-Umschau — Die Landeshauptstadt München beteiligt sich an der Ausweitung des On-Demand-Service im Landkreis München und auf dem Gebiet der LHM - tz — Sommer im Tierheim: Zwischen Hitze, Wartelisten und Herzblut - Süddeutsche Zeitung — Festival in München: Tanzwerkstatt Europa: Diese Künstler prägen das Festival - Süddeutsche Zeitung — Ausstellung in München: Zwischen Francis Bacon und Banksy
Quellen
- Hitzewelle erreicht Höhepunkt – dann folgt heftiger Wetterumschwung in München
- Demo für mehr Klimaschutz: Riesige Wasserschlacht am Stachus geplant
- Bäume ohne Wurzeln für Münchens heißen Sommer
- Radroute DB-Südumfahrung – Jetzt angehen und Interesse gegenüber der Bahn bekunden
- Sieben Engstellen stehen dem Weg im Weg
- Verbessertes Sicherheitskonzept für den ÖPNV – mehr sichtbare Präsenz von KAD und U-Bahn-Wache in Bahnhöfen und Zügen
- Oktoberfest 2026: Tisch, Führung, Krug und Riesenrad-Spaß im Paket
- Landgericht München: 33-Jähriger dealt kiloweise mit Kokain – zehn Jahre Haft
- Schwerpunktkontrolle Radverkehr im Münchner Osten: 280 Verstöße bei 370 Kontrollen
- Energie-Sprechstunde im Seniorenbeirat
- Das ODEON Jugendsinfonieorchester zu Gast
- Internationaler Tag des Clusterkopfschmerzes – vermehrte Aufklärung und Vernetzung durch die Landeshauptstadt München
- Die Landeshauptstadt München beteiligt sich an der Ausweitung des On-Demand-Service im Landkreis München und auf dem Gebiet der LHM
- Sommer im Tierheim: Zwischen Hitze, Wartelisten und Herzblut
- Festival in München: Tanzwerkstatt Europa: Diese Künstler prägen das Festival
- Ausstellung in München: Zwischen Francis Bacon und Banksy