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Zwei Anfragen aus Feldmoching, zwei Antworten aus dem Mobilitätsreferat — und beide laufen auf: passiert gerade nichts

Feldmoching · Samstag, 15. August 2026

Der 2022 beauftragte Systemvergleich für den ÖPNV im Norden ist nicht einmal begonnen, das Geld ist umgewidmet. Und beim Autobahnanschluss an die Feldmochinger Straße liegt die Antwort seit 2014 fest — mit einer Lücke im letzten Satz.

Feldmoching hat diese Woche gleich zweimal Post aus dem Mobilitätsreferat bekommen. Einmal ging es darum, was hier an ÖPNV entstehen sollte. Einmal darum, was hier an Autobahn entstehen könnte. Beide Antworten sind lesenswert — und beide sind eigentlich ein Nein mit langem Vorlauf.

Erstens: Der Systemvergleich Feldmoching–Dachau hat nicht angefangen

Im Juni 2022 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit einem Systemvergleich verschiedener ÖPNV-Angebote auf der Trasse Feldmoching–Dachau. Im Februar 2026 fragten neun Stadtratsmitglieder nach, wo er bleibt.

Mobilitätsreferent Georg Dunkel entschuldigt zunächst die verspätete Antwort. Dann: „Nein, der Systemvergleich wurde noch nicht abgeschlossen." Er sollte Teil der Fortschreibung des Nahverkehrsplans werden, im Korridor Nordwest. Aber: Die eingeplanten Mittel stehen aufgrund der Haushaltskonsolidierung aktuell nicht mehr zur Verfügung und werden laut Beschluss vom Februar 2025 für andere Projekte verwendet.

Wann begonnen werden kann, sei „aktuell nicht möglich“ zu sagen. Auf die Frage, wann die Ergebnisse dem Stadtrat vorgestellt werden, steht als Antwort: „Siehe Antwort auf Frage 3.“

Zweitens: Der Autobahnanschluss an die Feldmochinger Straße — die ganze Geschichte

Stadtrat Dirk Höpner (München-Liste) hatte im Januar gefragt, ob es Planungen für einen direkten Anschluss der A99 an die Feldmochinger Straße gibt — aktuelle, frühere oder vorbereitende. Die Antwort legt zwanzig Jahre offen:

- 2006 stand im Verkehrsentwicklungsplan eine Umgehung Feldmochings als optionale Maßnahme. - 2009 wurde eine Technische Machbarkeitsstudie abgeschlossen, es folgten Runde Tische mit den nördlichen Nachbargemeinden. - 2011/2012 wurden vier Planfälle verglichen — mit und ohne Autobahnanschluss. - 2012 beschloss der Stadtrat, die Umgehung zur Diskussion zu stellen; danach, schreibt das Referat, seien alle Planungen zu einem direkten Anschluss „abgeschlossen bzw. eingestellt“ gewesen. Bei der Bürgerversammlung im Dezember 2012 habe es keine Initiative gegeben, sie wieder aufzunehmen. - 2014 wurde die Trasse endgültig aus dem Verkehrsentwicklungsplan gestrichen.

Interessant sind die Zahlen aus dem Gutachten von 2009, weil sie bis heute die Feldmochinger Straße beschreiben: Ohne jede Maßnahme sollte der Verkehr in den Wohnstraßen von Hasenbergl und Feldmoching um über 20 Prozent zunehmen; für die Feldmochinger Straße prognostizierte der Gutachter 22.000 Kfz pro Tag nördlich und 16.000 südlich der Joseph-Frankl-Straße.

Zu den Planfällen mit Umgehung heißt es, sie hätten in der Feldmochinger Straße zu „deutlichen Entlastungen" geführt — dafür wären zwischen 55.000 und 81.500 Quadratmeter neu versiegelt worden.

Und dann die letzte Frage. Gefragt war, ob ein solcher Anschluss grundsätzlich ausgeschlossen wird oder weiterhin als Option gilt. Die Antwort lautet: „Die Stadtverwaltung hat aktuell keinen Auftrag, solche Planungen wieder aufzunehmen, dementsprechend gibt es hier auch keinerlei Aktivitäten oder Überlegungen."

Das Wort „ausgeschlossen“ kommt darin nicht vor. Wir schreiben es deshalb auch nicht.

Quellen