Korrektur Der an der Belgradstraße Angeschossene ist 14 Jahre alt — und über den Hergang gibt es zwei Darstellungen
Schwabing-West · Donnerstag, 20. August 2026
Die Polizei hat den Verletzten identifiziert. Ihre Schilderung und die des Kreissprechers der Linken widersprechen sich im entscheidenden Punkt. Die Staatsanwaltschaft prüft den Schusswaffengebrauch.
Gestern stand an dieser Stelle, dass wir auf die amtliche Darstellung warten. Sie liegt jetzt vor — und sie ist nicht die einzige.
Der Mensch, auf den am Dienstagabend an der Kreuzung Herzogstraße/Belgradstraße ein Polizist geschossen hat, ist nach Angaben der Polizei 14 Jahre alt. Identifiziert werden konnte er erst im Lauf der Nacht. Sein Zustand ist stabil.
Zwei Darstellungen, ein Widerspruch
Die Polizei schildert es so: Gegen 17.15 Uhr meldete ein Passant über Notruf eine Person, die am U-Bahnhof Hohenzollernplatz offen mit einer schwarzen Schusswaffe hantiert haben soll. Gegen 17.30 Uhr erkannten zivile Einsatzkräfte den Jugendlichen an der Kreuzung. Er habe einen waffenähnlichen Gegenstand gezogen, eine Nachladebewegung gemacht, die Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen, nicht befolgt und sich mit erhobener Waffe umgedreht. Daraufhin gab ein Beamter einen Schuss ab, der den Oberkörper traf.
Johannes König, Kreissprecher der Münchner Linken, schildert nach einem Besuch beim Verletzten und nach Angaben des Kurdischen Zentrums München einen anderen Hergang: Der Jugendliche habe die Softair-Pistole bereits abgelegt und gerufen, es sei eine Spielzeugwaffe, man solle nicht schießen.
Das ist der Kern, und wir lösen ihn hier nicht auf. Beide Fassungen stehen als Zuschreibung da — die eine von der Polizei, die andere von einem Parteisprecher nach einem Krankenbesuch. Wer sich bewegt hat und wie, ist offen. Unstrittig ist: Der sichergestellte Gegenstand sieht einer echten Waffe täuschend ähnlich.
Wer jetzt was prüft
Die Staatsanwaltschaft München I hat ein Vorermittlungsverfahren zur Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs eingeleitet; es ermittelt das Sachgebiet 131 des Landeskriminalamts. Die Ermittlungen zur vorausgegangenen Bedrohung der Beamten führt das Kommissariat 24.
Ein Vorermittlungsverfahren ist kein Vorwurf gegen den Beamten, sondern der übliche erste Schritt. Und die Ermittlungen zur Bedrohung richten sich gegen einen 14-Jährigen — auch das ist kein Schuldspruch.
Die Absperrungen rund um den Einsatzort wurden gegen 22.15 Uhr aufgehoben.
Die Polizei sucht Zeugen: Wer am 18. August zwischen etwa 17.15 und 17.40 Uhr an der Herzogstraße, der Belgradstraße oder an der Haltestelle Clemensstraße etwas beobachtet hat, soll sich unter 089 2910-0 melden.
Und am 26. August tagt der Ferienausschuss
Der Ferienausschuss des Bezirksausschusses 4 (Schwabing-West) tagt am Mittwoch, 26. August, um 19 Uhr im Neuen Rathaus am Marienplatz, 1. Stock, Raum 144.
Die Rathaus-Umschau weist ausdrücklich darauf hin, dass der Zugang zu Raum 144 nicht rollstuhlgerecht ist. Das steht hier, weil es in einer Einladung zu einer öffentlichen Sitzung stehen muss — und weil es jemanden gibt, für den das die ganze Information ist.
Quellen: - Polizei München — Medieninformation der Polizei München vom 19.08.2026 - Abendzeitung München - tz München - Merkur - Wochenanzeiger Schwabing - Rathaus-Umschau — Ferienausschuss des Bezirksausschusses 4 (Schwabing-West) tagt am 26. August im Neuen Rathaus
Quellen