Zwei Darstellungen, eine Demo, eine Gewerkschaft und ein Antrag: der Schwabinger Schuss eine Woche später
Schwabing-West · Schwabing · Dienstag, 25. August 2026
Die Polizei sagt, der Jugendliche habe sich mit der Pistole in der Hand umgedreht. Was daraus im Rathaus wird, ist eine Forderung an Bund und Freistaat.
Eine Woche nach dem Polizeischuss auf einen 14-Jährigen in Schwabing steht der Sachverhalt weiter auf zwei Beinen, die nicht zusammenpassen. Nach Darstellung der Polizei war der Jugendliche am Dienstagabend in Begleitung eines etwa gleichaltrigen Mädchens unterwegs und soll auf offener Straße mit einer Softair-Pistole hantiert haben, die einer echten Beretta 92 im Kaliber neun Millimeter täuschend ähnelt. Als Zivilbeamte ihn aufforderten, die Waffe fallen zu lassen, habe er sich mit der Pistole in der Hand zu ihnen umgedreht. Die andere Darstellung, über die wir am 20. August berichtet haben, sagt, er habe die Pistole bereits abgelegt gehabt. Aufgeklärt ist das nicht.
Am Samstag demonstrierten rund hundert Menschen gegen den Schuss und warfen den Beamten rassistische Polizeigewalt vor. Die Kundgebung verlief nach Angaben eines Polizeisprechers vollständig friedlich. Die Gewerkschaft der Polizei weist den Vorwurf zurück und warnt vor Vorverurteilung.
Was das Rathaus daraus macht, ist ein Antrag an andere: Grüne und SPD fordern schärfere Regeln für Softair-Waffen, die Stadt soll sich dafür bei Bund und Freistaat und über den Deutschen Städtetag einsetzen. Der Jugendliche kam nach dem Schuss in den Oberkörper ins Krankenhaus und überlebte.
Quellen: - Merkur - Merkur: Demo gegen „rassistische Polizeigewalt“ in München – genauer Ablauf des Tatgeschehens weiter unklar - tz München - tz München - Merkur - Merkur
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