„Nennt den Candidplatz nicht hässlich“ — ein Anwohner erklärt, warum das Wort gefährlich ist
Untergiesing · Mittwoch, 26. August 2026
Am Candidplatz fürchten Anwohner, dass Neubauten und Investoren die Mieten treiben. Einer von ihnen bittet ausdrücklich darum, den Platz nicht abzuwerten. Genau das werde sonst zum Argument.
Das Klügste an diesem Bericht steht in einer Bitte, die ein Anwohner der Abendzeitung mitgibt: Man solle den Candidplatz bitte nicht als hässlich beschreiben.
Sein Argument ist ein Stück Stadtpolitik in einem Satz. Wer einen Platz als hässlich bezeichnet, liefert das Argument für seine Aufwertung. Und Aufwertung heißt hier: Neubauten, Investoren, steigende Mieten. Genau davor haben die Anwohnerinnen und Anwohner am Candidplatz in Untergiesing Angst.
Der Platz selbst ist, über die farbige Brücke hinaus, vor allem Verkehrsfläche. An ihm liegen Wirtschaften, Einkaufsmöglichkeiten, Bushaltestellen und zwei Sportflächen. Das ist keine Postkartenbeschreibung, aber es ist die Aufzählung von allem, was man im Alltag braucht.
Am 25. August stand an dieser Stelle, dass ein Anwohner im Bezirksausschuss Rampe, Beleuchtung und Winterdienst fordert, weil der Platz im Winter vereist. Beides sind Beschwerden über denselben Ort, und sie widersprechen sich nicht: Man kann wollen, dass die Gullys funktionieren, und trotzdem nicht wollen, dass daraus ein Argument für den Abriss wird.
Quellen: - Abendzeitung München — "Je mehr Investoren kommen, desto teurer wird alles": Giesing wehrt sich
Quellen