Könnte der Bismarckplatz nicht Fragolaplatz heißen?
Stuttgart-West · Samstag, 29. August 2026
Ein Rundgang am 10. Oktober fragt, was hinter Straßennamen steckt, die nach Obst klingen und bis 1946 an deutsche Kolonialgebiete erinnerten.
Am 10. Oktober läuft am Bismarckplatz ein Programm, das mit einer harmlosen Frage anfängt: Könnte der Platz nicht einfach „Fragolaplatz" oder „Erdbeerplatz" heißen?
Von 11.30 bis 12.30 Uhr beginnt es an der Eisdiele Fragola am Bismarckplatz, mit Ann-Kathrin Müller und Judith Engel. Von der Idee, einen Platz nach einer Frucht zu benennen, führt der Vortrag zu Straßen in Obertürkheim, die wie Obst- und Beerensorten heißen — und hinter diesen unverfänglichen Namen stehen Bezeichnungen, die bis 1946 an ehemalige deutsche Kolonialgebiete erinnerten. Die Frage des Vortrags: Wie lässt sich an eine Gewaltgeschichte erinnern, ohne die Verhältnisse durch die Benennung zu wiederholen?
Ab 13 Uhr folgt am Bismarckplatz ein zweiter Teil mit Clara Ervedosa über die Geschichte des May-Ayim-Ufers in Berlin.
Das ist die Sorte Veranstaltung, die einen Stadtteil verändert, ohne dass etwas gebaut wird: Danach liest man ein Straßenschild anders.
Quellen