Die Stadt hat einen Kranz niedergelegt, im kleinen Kreis und ohne Presse
Ramersdorf · Dienstag, 1. September 2026
Zum 25. Todestag von Habil Kılıç erinnerte Bürgermeisterin Mona Fuchs an der Gedenktafel in Ramersdorf. Wir hatten am Sonntag über die Feier des Türkenrats berichtet.
Am 30. August haben wir über die Gedenkfeier des Türkenrats an der Stelle berichtet, an der Habil Kılıç 2001 ermordet wurde. Die Stadt hat ihn am selben Wochenende ebenfalls geehrt — und zwar bewusst anders.
Am Samstag, 29. August, um 9 Uhr legte Bürgermeisterin Mona Fuchs einen Kranz an der Gedenktafel in Ramersdorf nieder. Die Feier fand im kleinen Kreis statt, unter Ausschluss der Presseöffentlichkeit.
Habil Kılıç wurde 2001 in seinem Obst- und Gemüseladen von Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ ermordet. Er war 38 Jahre alt und Vater von drei Kindern — das vierte von zehn Mordopfern des NSU.
Im Text der Stadt steht ein Satz, der die Jahre danach benennt: Wie bei den anderen Morden wurde zunächst im Umfeld des Opfers ermittelt, obwohl die Angehörigen früh einen rechtsextremen Hintergrund vermuteten. „So wurden die Opfer und ihre Familien durch das Ermittlungshandeln zusätzlich stigmatisiert.“
Bürgermeisterin Fuchs nennt eine besondere Verantwortung Münchens: Zwei Menschen wurden hier ermordet, zwei Untersuchungsausschüsse befassten sich mit den Taten und dem Versagen der Behörden, und über Jahre fand hier der NSU-Prozess statt. „Das Urteil hat bei vielen Angehörigen Enttäuschung und offene Fragen hinterlassen, die bis heute bitter nachwirken.“
Quellen: - Rathaus-Umschau (Amtsblatt der Stadt München) — Stadt München gedenkt Habil Kılıç zum 25. Todestag
Quellen