Wenn Ingolstadt im November die 43. Ingolstädter Jazztage eröffnet, steht ein Name im Programm, der vielen hier noch begegnen wird: Max Wallrap. Der junge Schlagzeuger erhält den Jazzförderpreis der Stadt Ingolstadt 2026, dotiert mit 5.000 Euro. Überreicht wird er zur Eröffnung der Jazztage am 7. November.
Über die Schule ans Schlagzeug
Zum Instrument kam Wallrap über den Schulweg. „Ich bin über die weiterführende Schule zum Schlagzeug gekommen“, erzählt er. „Als feststand, dass ich das musische Gymnasium besuchen würde, lag es nahe, Schlagzeug als Hauptinstrument zu wählen, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit einiger Zeit Percussion spielte.“ Richtig bewusst wurde ihm sein Weg im Jahr 2023: „Ich wurde gleichzeitig ins Jungstudium, ins Landesjugendjazzorchester Bayern (LJJB) sowie ins Bundesjugend-Percussionensemble aufgenommen. Das hat mich in meiner Entscheidung und meiner Leidenschaft für die Musik sehr bestärkt.“
Seither ist er zweigleisig unterwegs: Schüler am musischen Gymnasium — und daneben seit 2023 Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater München, im Instrumentalunterricht bei Sebastian Wolfgruber.
Was ihn am Jazz packt
Warum ausgerechnet Jazz? „Am Jazz fasziniert mich vor allem seine Vielschichtigkeit und die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, sich musikalisch auszudrücken“, sagt Wallrap. „Jede Besetzung, jedes Konzert und jede Improvisation kann anders klingen — genau diese Freiheit und Kreativität machen den Jazz für mich so besonders.“
Eine volle Woche
Der Alltag dazwischen ist dicht getaktet. „Eine normale Woche ist ziemlich voll“, sagt er. Von Montag bis Freitag geht er zur Schule, mittwochnachmittags fährt er nach München zum Unterricht bei Sebastian Wolfgruber, samstags stehen gelegentlich Vorlesungen des Jungstudiums an. „An den übrigen Tagen habe ich Unterricht, übe zu Hause oder spiele Konzerte.“ Im Sommer kommen Proben- und Arbeitsphasen hinzu, etwa mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern.
Das Wallrap Collective
Sein eigenes Projekt trägt seinen Namen: das Wallrap Collective, ein Trio in klassischer Jazztrio-Besetzung — mit Simon Neureuter an Keys und Synthesizer und Aaron Selbherr am Bass. Kennengelernt hat sich die Gruppe im Landesjugendjazzorchester. Musikalisch bleibt es aber nicht beim klassischen Jazz: „Wir bewegen uns vor allem im Modern Jazz, Hip-Hop und allem, was dazwischen liegt.“ Am 10. November spielt das Trio das Preisträgerkonzert im Kulturzentrum neun. Worauf er sich da am meisten freut? „Unsere eigenen Stücke vor einem interessierten Publikum in einer großartigen Location präsentieren zu dürfen.“
Ein Preis, früh auf dem Weg
Der Jazzförderpreis kommt früh in seiner Laufbahn — und er bedeutet ihm viel. „Er verbindet für mich Wertschätzung, Anerkennung und Förderung“, sagt Wallrap. „Er ist eine Bestätigung meiner bisherigen Arbeit und eröffnet gleichzeitig viele neue Möglichkeiten und Perspektiven für meinen weiteren musikalischen Weg.“ Und wohin will er? „In Zukunft möchte ich Jazz-Schlagzeug im Bachelor studieren und einfach so viel Musik machen wie möglich — und im besten Fall damit erfolgreich werden.“