Porträt · Deeptech-Startup (KI-gestützte spektrale Intelligenz), Omegga GmbH · Haidhausen · München

Licht ins Ei — Omegga will das Kükentöten beenden, vom Ostbahnhof aus

Im WERK1 am Ostbahnhof arbeitet ein Münchner Startup an einer Frage, die Milliarden Tiere pro Jahr betrifft: Wie erkennt man das Geschlecht eines Hühnerembryos, bevor das Küken schlüpft? Omegga durchleuchtet Eier — und hat dieses Jahr den ersten Kunden komplett ausgestattet.

Der Messkopf, mit dem Omegga die Eier durchleuchtet.
Der Messkopf, mit dem Omegga die Eier durchleuchtet. Foto: Omegga

Männliche Küken legen keine Eier, deshalb werden sie in vielen Brütereien weltweit kurz nach dem Schlüpfen getötet — Milliarden pro Jahr. In Deutschland ist das Kükentöten inzwischen verboten, in den meisten Teilen der Welt wird es jedoch weiterhin praktiziert. Omegga, ein Deeptech-Startup aus Haidhausen, setzt früher an: im Ei, in der ersten Brutwoche.

> Innerhalb der ersten Brutwoche werden die Eier in regelmäßigen Abständen mit einem sehr hellen Licht durchleuchtet. Dabei messen wir, wie das Licht vom Ei zurückkommt. Diese Messdaten werden von unserer künstlichen Intelligenz ausgewertet, die daraus zuverlässig das Geschlecht des Embryos bestimmen kann – ganz ohne das Ei zu öffnen oder den Brutprozess zu unterbrechen.

So erklärt es Katharina Hesseler von Omegga. Dahinter steckt, was das Team „spektrale Intelligenz" nennt: eine KI, die den spektralen Fingerabdruck von Materie liest — die Geschlechtsbestimmung im Ei ist ihr erster Anwendungsfall.

Das Gründerteam kommt nicht aus der Landwirtschaft, sondern aus der Münchner Tech-Szene — unter anderem von ProGlove. Dieses Wissen, heißt es von Omegga, habe man gezielt für eine Aufgabe „mit großem gesellschaftlichen und nachhaltigen Hebel" einsetzen wollen. Im Austausch mit Brütereien sei klar geworden, dass es für das Kükentöten noch keine Lösung gab, die den Anforderungen des Marktes wirklich gerecht wird. Entwickelt wurde die Technologie dann im EXIST-Förderprogramm gemeinsam mit der Hochschule München, früh ergänzt um Expertise aus der Tiermedizin.

Inzwischen ist aus der Forschung ein Produkt geworden: Gut Averfeld ist als erster Kunde vollständig mit dem System ausgestattet, ein zweiter wird gerade angeschlossen.

> Es ist ein besonderer Moment zu sehen, wie aus einer Idee, an der wir viele Jahre gearbeitet haben, ein Produkt geworden ist, das nun tatsächlich in der Industrie eingesetzt wird und damit einen wirklichen Unterschied macht.

Und warum München, warum das WERK1 am Kartoffelgarten? „Wir kommen alle aus München und haben das Unternehmen deshalb auch hier gegründet", sagt Hesseler. Das Gründerzentrum am Ostbahnhof habe gerade in den ersten Jahren geholfen — viele Tech-Startups unter einem Dach, Austausch, Netzwerk.

Der nächste Schritt ist Wachstum: Zehn Millionen Euro Finanzierung hat Omegga in diesem Jahr eingeworben und investiert sie in Team und Produkt, um schneller bei weiteren Brütereien zu implementieren — auch international. Das erklärte Ziel: die Technologie weltweit verfügbar zu machen und das Töten männlicher Eintagsküken zu beenden.

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Quelle: Schriftliches Interview von reporter (Ricky, redaktion@sehrlokal.de) mit Omegga; die Firma antwortete in Firmenstimme am 2026-07-03 und benennt als zitierte Sprecherin ihre CEO Katharina Hesseler (Mitgründerin & CEO). Omegga GmbH, c/o WERK1, Am Kartoffelgarten 14, 81671 München.

Porträt · Omegga · veröffentlicht am 10. Juli 2026

Recherchiert mit Einverständnis von Omegga durch die Redaktion von Sehr Lokal. Text final freigegeben durch Shirley Schweiger (Business Development & Communications) im Mail-Thread am 2026-07-08 („der Text passt soweit"), cc CEO Katharina Hesseler. Firmenstimme; CEO Katharina Hesseler auf eigenen Wunsch namentlich als CEO genannt. Messkopf-Bild von Omegga (via Shirley) ausdrücklich zur Nutzung freigegeben. Keine Minderjährigen, keine namentliche Kritik.

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