Sehr Lokal · München

Lebenslang für den Anschlag in der Seidlstraße — und im Rathaus wird die Frage nach der Staatsangehörigkeit abgeräumt

Maxvorstadt · Altstadt · Freitag, 7. August 2026

Das Oberlandesgericht hat gestern geurteilt: zwei Morde, 23 Mordversuche. Außerdem tagt am Dienstag der Bezirksausschuss über vier Baustellen zwischen Theresien- und Heßstraße.

Gestern ist im Seidlstraßen-Prozess das Urteil gefallen. Das Oberlandesgericht verurteilte den Auto-Attentäter nach Angaben der tz wegen zwei Morden und 23 Mordversuchen zu lebenslanger Haft. Wir hatten gestern früh geschrieben, dass an diesem Tag entschieden wird — jetzt steht es. Aus dem Verfahren berichtet die Zeitung ein Detail, das die Dimension eher vergrößert als kleiner macht: Bei der Attacke sprang durch den Aufprall der Gang heraus — sonst hätte es noch mehr Tote gegeben. Und den Satz, auf den es für das Viertel ankommt: „Geschädigte leiden bis heute massiv.“

Ein Antrag zur Sicherheit im ÖPNV — und eine Absage in zwei Richtungen

Die AfD-Stadtratsmitglieder hatten im November 2025 ein „münchenweites Sicherheitskonzept“ für den Nahverkehr und den öffentlichen Raum gefordert, ausdrücklich mit einer Auswertung „unter besonderer Berücksichtigung der Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen“. Mobilitätsreferent Georg Dunkel antwortet in zwei Teilen.

Zur Staatsangehörigkeit: Eine gesonderte Auswertung danach sei „fachlich nicht zielführend und zudem eine unzulässige Vorverurteilung von Menschen nur aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit“.

Zum Konzept: Es brauche keines. Das Kreisverwaltungsreferat hält „ein weiteres Sicherheitsformat“ nicht für erforderlich, die MVG verweist auf ihr bestehendes Konzept aus U-Bahnwache, Kameras, Notrufmöglichkeiten, Beleuchtung und Sichtachsen. Als eigentliches Problem benennen Stadt, MVG und Polizei übereinstimmend etwas anderes: dass die Leute nicht wissen, was es schon gibt — Notrufknöpfe, Videoüberwachung, „Halt auf Wunsch“.

Die Zahlen, die die Polizei dazu liefert, lohnen das Hinsehen: Die Gewaltkriminalität im ÖPNV ist 2025 um 11,7 Prozent zurückgegangen. Dass die Straftaten insgesamt gestiegen sind, führt sie auf 1.166 zusätzliche Fälle von Leistungserschleichung zurück — also aufs Schwarzfahren und darauf, dass häufiger kontrolliert wird.

Am Dienstag: vier Bauvorhaben im Bezirksausschuss

Der Bezirksausschuss 3 (Maxvorstadt) tagt am Dienstag, 11. August, um 19.30 Uhr im Vollgremium. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Theresienstraße 132, Abbruch und Neubau eines Büro- und Wohngebäudes in der Schwindstraße 9, der Abbruch einer Wohnanlage mit Gewerbeeinheit in der Schönfeldstraße 14 und ein Vorbescheid für die Heßstraße 49.

Und am Promenadeplatz wird Shakespeare verdreht

In der Komödie im Bayerischen Hof hat „Ein total verrückter Sommernachtstraum“ Uraufführung — Regisseur Michael Tasche macht daraus, wie die SZ schreibt, einen Musical-Spaß aus Shakespeares Liebeschaos.

Quellen: - tz München — „Geschädigte leiden bis heute massiv“: Auto-Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt - Rathaus-Umschau — Entwicklung eines münchenweiten Sicherheitskonzepts für den ÖPNV und im öffentlichen Raum - München Transparent — BA 3 Maxvorstadt tagt am 11. August: Bauprojekte in Theresien-, Schwind-, Schönfeld- und Heßstraße - Süddeutsche Zeitung — Uraufführung in München: Shakespeares Liebeschaos, neu interpretiert

Quellen