Sehr Lokal · München

Die Marktfrauen dürfen tanzen — der Rest des Faschings hängt noch am Geld

Altstadt · Dienstag, 18. August 2026

Der Auftritt am Viktualienmarkt ist gesichert. Ob der Umzug durch die Innenstadt stattfindet, ist weiter offen. Und für Silvester sagt das Kreisverwaltungsreferat: Schilder helfen nicht.

Es gibt in dieser Stadt Termine, die man nicht plant, sondern erbt. Der Tanz der Marktfrauen am Viktualienmarkt ist so einer — und er stand in diesem Jahr auf der Kippe.

Der Fasching in der Innenstadt war wegen hoher Sicherheitskosten vor dem Aus. Inzwischen ist der Auftritt der Marktfrauen gesichert. Ob der Umzug durch die Innenstadt stattfindet, ist nach Angaben der tz weiterhin offen.

Das ist die Zweiteilung, die man sich merken sollte: Das Kleine, Eingespielte, das ein paar Frauen auf einem Platz machen, geht. Das Große, das Absperrungen und Personal braucht, hängt an einer Rechnung.

Silvester: Das Referat sagt, was nicht wirkt

Drei Stadtratsmitglieder der AfD hatten im Januar beantragt, vor dem Jahreswechsel Hinweistafeln aufzustellen, die um Mäßigung und Rücksichtnahme werben, und Ordnungskräfte einzusetzen. Die Antwort von Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller steht in der Rathaus-Umschau und ist bemerkenswert direkt.

Zu den Schildern: Appelle entfalteten nach den Erfahrungen des Referats „in der Regel nur eine sehr begrenzte Wirkung“ — an Silvester gehe es um ein Ereignis mit hoher Dynamik, Alkoholkonsum und geringer Aufmerksamkeit für ordnungsrechtliche Hinweise. Dazu kommt eine Zahl, die die Idee allein durch ihre Größe erledigt: Für das ganze Stadtgebiet wären weit mehr als tausend Schilder nötig, aufzustellen und wieder abzubauen. Personal und Budget dafür gibt es nicht.

Zum zweiten Punkt fällt die Antwort sachlicher aus, und sie ist für die Altstadt konkret: Der Kommunale Außendienst ist an Silvester im Schichtbetrieb unterwegs — aber nur in dem Einsatzgebiet, das der Stadtrat festgelegt hat. Es liegt rund um den Hauptbahnhof und reicht vom Alten Botanischen Garten bis zur Herzog-Wilhelm-Straße, im Westen begrenzt durch die Paul-Heyse-Straße, im Süden durch die Nußbaumstraße. Dort überwacht er auch das Feuerwerksverbot in der Fußgängerzone und das Böllerverbot innerhalb des Mittleren Rings.

Wer außerhalb dieses Rechtecks wohnt, hat an Silvester also keinen städtischen Ordnungsdienst vor der Tür — das ist keine Panne, das ist die beschlossene Reichweite.

Quellen: - tz München — „Wäre schrecklich gewesen“: Marktfrauen dürfen an Fasching tanzen – doch Umzug steht auf der Kippe - Rathaus-Umschau — Sicher und sauber Silvester feiern, ohne Angst und Ärger

Quellen