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Ihr Mann wollte dazwischengehen und wurde selbst angegriffen — Flaschenschlag am Gleis 16

Ludwigsvorstadt · Dienstag, 18. August 2026

Am Feiertagsmorgen schlug eine Frau einer Reisenden unvermittelt ins Gesicht. Der Alkoholtest bei der Angreiferin ergab 0,0 Promille. Und der Kommunale Außendienst ist an Silvester genau hier unterwegs — anderswo nicht.

Es gibt Meldungen, bei denen die Erklärung fehlt, und man merkt es erst am Ende. Diese ist so eine.

Am Samstagmorgen, 15. August, gegen 6 Uhr ging eine Reisende am Hauptbahnhof den Bahnsteig an Gleis 16 entlang. Eine Frau schlug ihr unvermittelt mit einer Plastikflasche ins Gesicht. Ihr Ehemann sprach die Angreiferin an und versuchte, sie bis zum Eintreffen der Bundespolizei festzuhalten — daraufhin ging sie auch auf ihn los und entfernte sich.

Eine Zeugin alarmierte die Bundespolizei, die die Frau am nördlichen Bahnhofsausgang vorläufig festnahm. Der Ehemann erlitt Schürfwunden im Gesicht, seine Brille ging zu Bruch; seine Frau blieb unverletzt. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Und dann steht in der Meldung ein Satz, der die naheliegendste Erklärung streicht: Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab 0,0 Promille. Warum es passiert ist, sagt die Bundespolizei nicht. Wir schreiben es hier trotzdem hin, weil das Nichtwissen zur Meldung gehört.

Und in der Nacht zuvor am Hauptbahnhof

Gegen 1.40 Uhr wurde einer Frau im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs im Vorbeigehen an das Gesäß gefasst. Sie und ihre zwei Begleiterinnen hielten den Mann fest, bis eine Streife der Bundespolizei eintraf, und übergaben ihn den Beamten. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen; ermittelt wird wegen sexueller Belästigung.

Das Bemerkenswerte steht auch hier nicht im Tatbestand, sondern daneben: Drei Frauen haben mitten in der Nacht nicht weitergehen wollen.

Silvester: Ihr Viertel ist das einzige mit Ordnungsdienst

Auf einen Antrag der AfD-Stadtratsmitglieder hin hat Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller aufgeschrieben, wo der Kommunale Außendienst an Silvester überhaupt tätig ist: in dem vom Stadtrat festgelegten Gebiet rund um den Hauptbahnhof — vom Alten Botanischen Garten bis zur Herzog-Wilhelm-Straße, im Westen die Paul-Heyse-Straße, im Süden die Nußbaumstraße. Dort läuft er im Schichtbetrieb und überwacht auch das Böllerverbot.

Die zweite Forderung des Antrags — Hinweistafeln, die um Rücksicht werben — lehnt das Referat ab: Appelle wirkten an Silvester „in der Regel nur eine sehr begrenzte Wirkung“, und für das Stadtgebiet wären weit mehr als tausend Schilder nötig. Personal und Budget dafür gibt es nicht.

Quellen: - Bundespolizei München — Bundespolizeidirektion München: Ereignisreiches Feiertags-Wochenende // Bundespolizei in mehreren Einsätzen gefordert - tz München — Flaschenangriff am Münchner Hauptbahnhof in Ludwigsvorstadt: Frau schlägt Touristin ins Gesicht – Ehemann greift ein und wird verletzt - tz München — Sexuelle Belästigungen am Hauptbahnhof und Ostbahnhof: Männer greifen Frauen an – Begleiter greifen ein - Rathaus-Umschau — Sicher und sauber Silvester feiern, ohne Angst und Ärger

Quellen