Das Rosa Stangerl ist weg, und niemand war informiert — der Grund steht nicht im Streit, sondern im Holz
Isarvorstadt · Glockenbachviertel · Mittwoch, 19. August 2026
Das THW holte den rosa Maibaum am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz am Montag mit einem Kran herunter. Weder Bezirksausschuss noch Rosa Liste noch das Sub wussten davon. Angefault war der erste halbe Meter.
Am Montag stand am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz ein Kran, und danach stand dort kein Baum mehr.
Das Technische Hilfswerk hat am Montag, 17. August, das Rosa Stangerl im Glockenbachviertel abgebaut — ohne Vorankündigung. Weder die Stadtratsfraktion Rosa Liste noch der Bezirksausschuss 2 noch das Schwulenzentrum Sub noch die Veranstalter des Christopher-Street-Days waren informiert. Der Baum war weg, bevor irgendwer fragen konnte, warum.
Der Grund ist so unspektakulär, dass er fast enttäuscht: Maibäume dürfen in Bayern nach Angaben von Max Berthold, THW-Fachberater und Kranfahrer, fünf Jahre stehen, weil das Holz danach modert. Beim Rosa Stangerl war der erste halbe Meter bereits angefault.
Berthold und Peter Baumgartner, Gastronom und bisheriger Veranstalter des schwulen Maibaumfests, hatten den Abbau direkt miteinander vereinbart. Das erklärt die Stille: Es gab kein Verfahren, in dem irgendwer hätte informiert werden müssen. Es gab zwei Männer, die sich einig waren.
Was jetzt kommt, hängt an einer Übergabe
Baumgartner zieht aus München weg. Die Rechte am Fest und die Sondernutzung des Platzes hat er vor einigen Monaten an neue Betreiber übergeben. Die wollen wieder einen Baum aufstellen — welcher Art, ist offen.
Und dann steht da noch ein Satz, der die ganze Sache sortiert: Nach einer Mitteilung auf der Facebook-Seite des Baums darf der Name „Rosa Stangerl“ mit der Übergabe nicht mehr verwendet werden.
Dietmar Holzapfel, Wirt des Hotels Deutsche Eiche, hatte den ersten Baum 2008 gespendet. Er spricht sich dafür aus, dass der Nachfolger kein rosa Baum mehr wird.
Ein Wahrzeichen, das an eine Person, eine Genehmigung und einen Namensrechtsübergang hängt — das ist weniger romantisch, als es 2008 aussah, und wahrscheinlich der Grund, warum ein Platzsymbol an einem Montagvormittag verschwinden kann, ohne dass es jemand vorher erfährt.
Auf der Reichenbachbrücke
Zivile Polizeibeamte kontrollierten am Donnerstag, 13. August, gegen 0 Uhr auf der Reichenbachbrücke einen 55-Jährigen auf einem Fahrrad. Er versuchte zu flüchten und von der Brücke in die Isar zu springen; die Beamten verhinderten das.
Bei ihm fanden sie Betäubungsmittel und Bargeld im fünfstelligen Bereich. In einer auf richterliche Anordnung durchsuchten Wohnung kamen Methamphetamin und Kokain im Kilogramm- beziehungsweise hohen dreistelligen Grammbereich dazu, dazu Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich — ein Großteil bereits in verkaufsfertigen Einheiten verpackt. Über tausend Einzelasservate mussten erfasst werden.
Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl. Zwei weitere Männer, die in der Wohnung angetroffen und vorläufig festgenommen wurden, kamen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder frei. Es ermittelt das Kommissariat 82.
Untersuchungshaft ist keine Feststellung von Schuld.
Quellen: - tz München — „Rosa Stangerl“ am Ullrichs-Platz gefällt – keiner wusste warum - Polizei München — Medieninformation der Polizei München vom 18.08.2026 - Abendzeitung München — Dealer will von Reichenbachbrücke springen: Polizei findet Drogenlager in München - tz München — Drogenrazzia in München: Mann flieht vor Polizei und will in die Isar springen - SZ München — Zufällige Kontrolle: Polizei findet mehr als ein Kilo Meth bei 55-Jährigem - Wochenanzeiger Thalkirchen — Drogenhändler festgenommen
Quellen
- „Rosa Stangerl“ am Ullrichs-Platz gefällt – keiner wusste warum
- Medieninformation der Polizei München vom 18.08.2026
- Dealer will von Reichenbachbrücke springen: Polizei findet Drogenlager in München
- Drogenrazzia in München: Mann flieht vor Polizei und will in die Isar springen
- Zufällige Kontrolle: Polizei findet mehr als ein Kilo Meth bei 55-Jährigem
- Drogenhändler festgenommen